Für eine Welt ohne Abfall – GROHE launcht seine ersten nach dem Cradle-to-Cradle-Certified®-Produktstandard designten Produkte

Take-Make-Waste: Nach diesem Modell funktionieren derzeit die meisten wirtschaftlichen Prozesse. Ressourcen werden eingesetzt, um ein Produkt herzustellen, das nach dem Ende seiner Nutzung entsorgt wird. Die Konsequenz zeigt sich in der derzeitigen Resourcenverknappung, im Zuge derer verbleibende Rohstoffe minütlich dezimiert werden, während sich das globale Abfallproblem weiter verschärft. Der Global Risk Report 2021 des Weltwirtschaftsforums stellt zuletzt fest, dass es höchste Zeit sei, den Überkonsum von Ressourcen zu bekämpfen: Die „Krise bei natürlichen Ressourcen“ definiert als „ein Ergebnis der menschlichen Überausbeutung und/oder des Missmanagements kritischer natürlicher Ressourcen“ wird als fünftes „Top-Risiko nach Auswirkungen" eingestuft und voraussichtlich innerhalb der nächsten 5-10 Jahre zu einer kritischen Bedrohung[1].

Mit Abfall-Recyclingraten von 99 Prozent und einem Recyclinganteil im Messing von bis zu 80 Prozent nähert sich GROHE seit Jahren schrittweise der Kreislaufwirtschaft an. Doch nun macht die globale Marke den nächsten großen Schritt weg von einem linearen Modell hin zu einer zirkulären Wertschöpfungskette, indem sie vier Bestsellerprodukte als Cradle-to-Cradle-Certified® [2] Varianten auf den Markt bringt. Ein besonderer Erfolg ist dabei, dass GROHE mit allen vier, zur Zertifizierung eingereichten Produkten, direkt den Gold-Standard erreicht. Nach der Umstellung auf eine CO2-neutrale Produktion im April 2020 und dem Ziel, alle Kunststoffkomponenten in den Produktverpackungen durch umweltfreundliche Alternativen bis 2021 zu ersetzen, unterstreicht die globale Marke einmal mehr ihr Engagement für eine nachhaltige Transformation.

Von linear zu zirkulär – das Wirtschaftsmodell der Zukunft

Um diesen neuen Weg in der Produktentwicklung beschreiten zu können, hat GROHE mit starken Partnern zusammengearbeitet und auf das revolutionäre Cradle-to-Cradle® (C2C)-Designkonzept zurückgegriffen, das für Unternehmen, die eine zirkuläre Wertschöpfung anstreben, zunehmend an Bedeutung gewinnt. Im Gegensatz zu einem linearen Modell ermöglicht das C2C-Konzept GROHE eine drastische Reduzierung bei der Nutzung neuer Ressourcen: Ein Produkt wird mit der Absicht entworfen und hergestellt, seine Komponenten am Ende seines Lebenszyklus für die Herstellung neuer Produkte zu verwenden.

Das C2C-Konzept ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Gestaltung von Produkten, Herstellungsverfahren, Prozessen und Systemen unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus: Alle Materialien werden als sogenannte „Nährstoffe“ in geschlossenen biologischen oder technischen Kreisläufen verstanden. Das Konzept unterscheidet zwischen Konsumgütern (z.B. Naturfasern oder Waschmittel), die biologisch abbaubar sind, und Gebrauchsgütern (z.B. Armaturen), die in ihre ursprünglichen Bestandteile zerlegt werden. Daher können Rohstoffe potenziell endlos wiederverwendet werden. Dies bedeutet, dass der C2C-Ansatz weit über das herkömmliche Recycling von Produkten hinausgeht. Cradle-to-Cradle-Certified®-Produkte werden daher auf die Verwendung von umweltfreundlichen, gesunden und wiederverwertbaren Materialien geprüft.

„Im Bausektor gibt es eine riesige Chance für Innovationen, da er für mehr als 50 Prozent des weltweiten Materialverbrauchs verantwortlich ist,“ so Prof. Dr. Michael Braungart, der gemeinsam mit William McDonough das C2C-Designkonzept entwickelt hat: „GROHE spielt hier eine wichtige Rolle, da die Marke einen Präzedenzfall dafür schafft, dass zirkuläre Wertschöpfung in der Sanitärbranche tatsächlich möglich ist.“

Der Weg zum Cradle-to-Cradle-Certified®-Produktstandard

Dem GROHE Forschungslabor in Hemer kam nicht nur beim Cradle-to-Cradle-Zertifizierungsprozess eine entscheidende Bedeutung zu, denn es hat darüber hinaus auch von Beginn an auf dem Weg zu den ersten Cradle-to-Cradle-Certified-Produkten maßgeblich mitgewirkt. „Um eine Zertifizierung zu erhalten, wird ein Produkt hinsichtlich der folgenden fünf Kategorien bewertet: Materialgesundheit, Wiederverwendbarkeit, Nutzung erneuerbarer Energien und Kohlenstoffmanagement, Wassermanagement sowie soziale Fairness. Jedem Produkt wird dann ein Erreichungsgrad zugewiesen,“ sagt Torsten Meier, Leader Research and Development Fittings LIXIL International. „Durch die Bewertung aller Komponenten eines Produktes konnten wir weitere Erkenntnisse gewinnen, die wir für kommende Produktentwicklungen nutzen werden.“

Drei Armaturen (GROHE BauEdge S-Größe, GROHE Eurosmart S-Größe, GROHE Eurosmart Kitchen) und das GROHE Tempesta 100 Brausestangenset haben den Cradle-to-Cradle-Certified-Produkstandard in Gold erreicht. Darüber hinaus wird die nachhaltige Wirkung der GROHE BauEdge und GROHE Eurosmart Armatur durch den Einsatz der SilkMove ES Technologie, bei der „ES“ für Energiesparen steht, verstärkt. Die Technologie verhindert den unnötigen Verbrauch von heißem Wasser, indem sie bei mittlerer Hebelstellung der Armatur nur kaltes Wasser liefert. Auf diese Weise kann die GROHE SilkeMove ES Technologie dazu beitragen, den CO2-Ausstoß eines Gebäudes zu reduzieren – besonders wichtig angesichts der Tatsache, dass die Kohlenstoffemissionen von Gebäuden und im Bauwesen fast 40 % der globalen Kohlenstoffemissionen ausmachen[3].

"Die Gold-Zertifizierung ist eine deutliche Bestätigung für das Engagement von GROHE, seine Produkte sowie sein Geschäftsmodell von linear zu zirkulär zu transformieren. Durch die Verwendung des Cradle-to-Cradle-Certified-Produktstandard zur Optimierung der Nachhaltigkeit der Armaturen und des Brausestangensets setzt GROHE einen neuen Maßstab innerhalb der Sanitärindustrie für das Design und die Herstellung von Produkten, die sicher, kreislauffähig und verantwortungsvoll hergestellt sind", sagt Dr. Christina Raab, Vizepräsidentin für Strategie und Entwicklung des Cradle to Cradle Products Innovation Instituts.

„Der Weg hin zu einer zirkulären Wertschöpfung ist eine lange Reise und wir stehen ganz am Anfang,“ erklärt Thomas Fuhr, Leader Fittings LIXIL International und Co-CEO Grohe AG. „Ich bin sehr stolz, dass wir diese hervorragenden Ergebnisse erreicht haben. Sowohl unsere drei Armaturen als auch unser Tempesta Duschset haben den Cradle-to-Cradle-Certified®-Produktstandard in Gold erreicht. Der Zertifizierungsprozess ist äußerst anspruchsvoll – er berücksichtigt sowohl vorgelagerte Fertigungsprozesse als auch die interne Produktion – aber der Vorteil ist eindeutig: eine drastische Reduzierung des Verbrauchs neuer Ressourcen. Es ist unsere Pflicht, ein Umdenken in der Branche zu bewirken. Der Cradle-to-Cradle-Certified-Produktstandard lehrt uns, den Lebenszyklus von Produkten anders zu betrachten, und zwar so, dass wir sie als wertvolle Rohstoffspeicher sehen und nur Materialien verwenden, die weder den Menschen noch der Umwelt schaden. Nur so können wir ein besseres Leben für zukünftige Generationen sicherstellen."

Die Kreislauf-Reise geht weiter

GROHE hat mit der Zertifizierung seiner ersten Cradle-to-Cradle-Certified®-Produkte einen entscheidenden Schritt auf dem Weg in eine zirkuläre Zukunft gemacht, aber die Reise geht weiter. Armaturen haben zwar in der Regel einen langen Lebenszyklus, dennoch nimmt GROHE, neben der Erlangung von Zertifizierungen für weitere Produkte, bereits die nächste Herausforderung in Angriff: Die Marke arbeitet an Rücknahmeprozessen für ihre ausrangierten C2C-Produkte.

Lesen Sie das Cradle to Cradle Factsheet hier.

[1]Global Risk Report, 2021, www3.weforum.org/docs/WEF_The_Global_Risks_Report_2021.pdf.

[2]Zertifiziert nach der Cradle-to-Cradle-Certified-Version 3.1. Der C2C-Certified-Produktstandard ist die weltweit führende, wissenschaftlich fundierte und strenge Maßnahme für die Entwicklung und Herstellung von sicheren, kreislauffähigen und verantwortungsvollen Materialien und Produkten. Weitere Informationen finden Sie hier.

[3]Europäische Kommission, 2020, https://ec.europa.eu/germany/news/20201014-renovierungswelle_de.